Main-Kinzig-Kreis: Weiterhin konstant niedrige Zahl der Langzeitarbeitslosen

Monatsüberblick Juli 2019

Monatsmeldung Juli Schwerpunkt Erfolgsgeschichte Veritas

Das Jobcenter des Kommunalen Centers für Arbeit (KCA), präsentiert und kommentiert monatlich relevante Zahlen aus dem Geltungsbereich des Sozialgesetzbuches II (SGB II). Darüber hinaus stellt es wechselnde Schwerpunktthemen vor.

Aktueller Überblick

Die Quote der Arbeitslosen nach dem SGB II hält sich weiter konstant auf dem niedrigen Niveau der Vormonate und liegt unverändert bei 2,7 Prozent. Das entspricht im Juli 2019 exakt 6.290 Arbeitslosen im MKK. Die Anzahl der Leistungsbezieher nach dem SGB II betrug in diesem Zeitraum 25.504 Personen. Es gelang dem Jobcenter im Juli 359 Arbeitsuchende in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Die Zahl der Neuanträge lag bei 387. Im gleichen Zeitfenster nahmen 915 Klientinnen und Klienten des KCA-Jobcenters an einer Maßnahme der aktiven Arbeitsförderung teil. Die Bandbreite dieser Maßnahmen ist sehr weit und reicht von niedrigschwelligen Angeboten bis hin zu arbeitsmarkt-nahen Qualifizierungen. Zusätzliche Informationen können Sie der beigefügten Übersicht entnehmen. In diesem Monat liegt der Fokus auf einer gemeinsamen Erfolgsgeschichte mit der Firma Veritas.

Themen-Schwerpunkt Juli 2019 – Veritas bildet erfolgreich jungen Somalier aus

Ein Wort fällt immer wieder, wenn Ahmed Suber seinen Werdegang beschreibt: Kämpfen. Der junge Somalier lächelt als er schildert, wie er sich durchgekämpft hat. Wie er als Minderjähriger nach Deutschland floh und hier nach diversen Zwischenstationen im Main-Kinzig-Kreis seine Heimat fand. Der Weg in den Arbeitsmarkt war ebenso steinig. Vieles hat der 23-Jährige ausprobiert – er war bei einem Heizungsbauer und in einer Fachfirma für Prothesen. Dann die einmalige Chance: Seine Arbeitsvermittlerin beim Jobcenter des Kommunalen Centers für Arbeit (KCA) vermittelte ihn in ein Praktikum bei der Veritas AG in Gelnhausen. Der weltweit tätige Automobilzulieferer ist Entwicklungspartner der Automobilindustrie mit führender Werkstoff-und Systemkompetenz für das Fluid-, Thermo-und Dichtungsmanagement von Fahrzeugen. „Herr Suber hat uns mit seiner offenen und ehrgeizigen Persönlichkeit vom ersten Tag an überzeugt“, bestätigt Anita Nieder von der Veritas-Personalentwicklung. Nachdem er sich im Praktikum bewährt hatte, absolvierte der Wahl-Freigerichter erfolgreich die Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer. Jetzt hat ihn Veritas in unbefristeter Festanstellung übernommen. Der zweifache Vater sprüht vor Stolz: „Ich möchte, dass meine beiden Töchter gut leben können. Das geht nur, wenn ich selber arbeite und Geld verdiene. Dafür habe ich mich angestrengt und gekämpft.“ Mit seinem freundlichen und aufgeschlossenen Wesen fand Suber rasch Anschluss bei den restlichen Azubis.

Allerdings machte ihm die Sprach-Barriere sehr zu schaffen. Aber er lernte wie besessen, nahm jede Hilfe an, die ihm sein Arbeitgeber anbot und eignete sich so Schritt für Schritt die Deutsch-Kompetenz und das Fachwissen an, um die Ausbildung zu meistern. Ohne diesen eisernen Willen, wäre ihm das nicht gelungen und so ermahnt er auch andere Flüchtlinge sich anzustrengen, pünktlich und zuverlässig zu sein.

Michael Krumbe, Vorstand des KCA-Jobcenters, freut sich sehr über diese Erfolgsgeschichte: „Wir arbeiten intensiv mit Menschen wie Herrn Suber, investieren sehr viel Zeit und Mühe und suchen vor allem sorgfältig nach geeigneten Arbeitgebern.“ Dass es gelungen sei, Herrn Suber und seiner kleinen Familie jetzt das Rüstzeug für ein finanziell selbstständiges Leben als Fachkraft in einem renommierten Industrie-Unternehmen zu ermöglichen, erfülle alle Beteiligten mit Stolz.

Anita Nieder empfiehlt Unternehmen, die einen Bewerber mit Flucht-Hintergrund einstellen möchten, die Situation nicht zu unterschätzen: „Sie brauchen Geduld und Hartnäckigkeit. Ohne intensive begleitende Unterstützung wird es in der Regel nicht funktionieren.“ Dass sich diese Investition aber absolut lohne, belege das Beispiel von Ahmed Suber. Mit Fleiß und Beharrlichkeit habe der sich die Wertschätzung seiner Kollegen in der Produktion erarbeitet. Mit seinen eigenen Worten bringt er es auf den Punkt: „Veritas ist meine Familie, ich bin hier glücklich!“

Arbeitgeber, die an ein der Integration eines Bewerbers mit Fluchthintergrund interessiert sind können sich gerne direkt an Erika Kollmann wenden (06051/9741-41910, erika.kollmann@kca-mkk.de).

2019-08-07T10:26:22+00:0002. 08. 2019|